Hochwasserschutz Guppenrunse

Das Projekt

Die Guppenrunse ist ein gefährlicher Wildbach, der grosse Murgänge und Murgangfrachten von mehreren 10'000 m3 führen kann. Die aktuelle Gefahrenkarte zeigt, dass sich grosse Teile der Dörfer Mitlödi und Schwanden in einem Gefahrengebiet befinden. Es werden grosse Risiken und Schutzdefizite ausgewiesen.

 

Heftige Unwetter im Juni 2010 und Oktober 2011 führten zu massiven Schäden an den teilweise über 120 Jahre alten Verbauungen der Guppenrunse. Die Gemeinde Glarus Süd hat nach diesen Unwetterereignissen für ca. 2 Mio. Franken Sofortmassnahmen umgesetzt, um Folgeschäden zu reduzieren. Diese Massnahmen wurden von der Patenschaft damals mit Fr. 150'000.-- aus dem Unwetterfonds unterstützt.

 

Um den Hochwasserschutz aber wieder vollständig herzustellen, müssen weitere grosse Investitionen in Schutzbauten getätigt werden. Erste Kostenschätzungen zeigten, dass die Wiederinstandstellung der ursprünglichen Sperrentreppen (v.a. im hochgelegenen, schwer zugänglichen Sienentobel in 900 - 1'300 m.ü.M., an der Flanke des Vorder-Glärnisch) für rund Fr. 20 Mio. nicht kosteneffizient ist und somit von Bund und Kanton nicht subventioniert würde.

 

Die neu gebildete Guppenrunskorporation (in Zusammenarbeit mit Kanton und Gemeinde Glarus Süd) hat sich deshalb zum Grossprojekt‚ Geschieberückhalteräume und Murgangbremsen "Bluemerberg-Enneteggen" entschieden (ca. 760 m.ü.M., westlich Schwändi, mit Platz für

200'000 m3 Gesamtfracht). Die Geschieberäume werden mit bis zu 10 m hohen und über 100 m langen Dämmen abgeschlossen.

 

Die Wildbachverbauungen oberhalb werden weitgehend aufgegeben (nur Sicherung einzelner Sohlenfixpunkte usw.); die Verbauungen unterhalb werden instandgestellt (Sicherung und Sanierung Wildbachschale).

 

Ein Notablagerungskonzept für die Räumung der gefüllten Rückhaltebecken ist in Vernehmlassung beim Landrat. Der nächstgelegene Notablagerungsplatz ist bei Schwändi in 200 - 300 m Distanz.

 

Das anfallende Geschiebe in den insgesamt drei Rückhaltebecken wird dort bereits nach Art bzw. Gesteinskörnung vorsortiert und kann grösstenteils durch die Bauindustrie wiederverwertet wer-den.

 

Durch den Bau der beiden Geschieberückhalteräume müssen die Gewässerschutzzonen der Maienbrunnen- und Wyggelenquellen aufgehoben werden, was Anpassungen bei der Wasserversorgung bedingt; z.B. an der Leitung im Sienentobel, bei der Wasserversorgung im Gebiet Enneteggen, die neue Verbindungsleitung Schwanden-Schwändi usw. Diese Massnahmen sind Bestandteil des Gesamtprojektes; deren Restkosten werden vor allem von der Gemeinde Glarus Süd übernommen.

 

Auswirkungen auf Landschaft und Natur

Die neuen Geschieberückhalteräume führen lokal zu einer massiven Geländeumgestaltung. Sie sind jedoch in einer natürlich vorhandenen Mulde der Guppenrunse geplant und liegen damit ge-genüber ihrer weiteren Umgebung vertieft. Sie verändern das Landschaftsbild nur wenig und sind fast nur von der gegenüberliegenden Talseite einsehbar (z.B. von Sool und vom Tannenberg/Schwandenturm).

 

Die Aufgabe der alten Verbauungen im oberen Runsenteil ermöglicht die Wiedererlangung einer natürlichen Dynamik, wo Erosions- und Ablagerungsprozesse den Gewässerraum bezüglich Flora und Fauna neu gestalten können. Die Bauausführung wird durch eine Fachperson Ökologie begleitet.

 

Die Baubewilligung wurde am 31. Januar 2018 erteilt.

 

Mit den Rodungsarbeiten wurde am 5. März 2018 und kurze Zeit später mit der Wasserversorgung begonnen. Geplant ist, dass die Arbeiten Ende 2021 fertig gestellt werden können.

Kosten und Finanzierung

Gemäss Voranschlag sehen die Kosten wie folgt aus:
Wasserbauliche Massnahmen
Blockrampe/Fusssicherung Sperren Fr. 150'000.--
Vorsperre zur Sicherung Fr. 320'000.--
Geschieberückhalteräume Enneteggen/Blumerberg Fr. 5'750'000.--
Wiederinstandstellung Wildbachkanal Enneteggen Fr. 200'000.--
San. Wildbachschale Enneteggen-Eichwald Fr. 90'000.--
Neue Sperre unterhalb Sammler Chatzbrand Fr. 180'000.--
San. Wildbachschale zwischen Eichwald und Linth Fr. 60'000.--
Wasserversorgung
Neue Pumpenleitung Schwanden-Schwändi Fr. 1'000'000.--
Leitungsbrücke Sienentobel Fr. 550'000.--
Anpassungen Wasseranschlüsse Private Fr. 300'000.--
Anpassungen Wasserversorgung Enneteggen Fr. 350'000.--
Gesamtkosten Fr. 8'950'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten
./. Subvention Bund Fr. 3'892'500.--
./. Subvention Kanton Fr. 2'595'000.--
./. Beitrag der Gemeinde Glarus Süd Fr. 475'000.--
./. Eigenleistungen in Form von Arbeit Fr. 50'000.--
Noch zu finanzierender Restbetrag Fr. 1'937'500.--

Für die Deckung der verbleibenden Restkosten von Fr. 1'937'500.-- wurde ein Bankkredit über

20 Jahre, mit einer jährlichen Amortisation von ca. Fr. 100'000.-- aufgenommen.

 

Der Hochwasserschutz wird immer wichtiger, die Klimaveränderungen stellen uns alle vor neue Herausforderungen. Die Guppenrunskorporation Schwanden wird viele Jahre mit den Bauarbeiten beschäftigt sein, und die Kosten werden sie stark belasten.

 

Wir können Ihnen deshalb eine Hilfeleistung dieses wichtigen Projektes sehr empfehlen.

 

Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden in der Höhe von Fr. 110'000.-- vermitteln.