Besuch in Romoos

 

«Alles stimmte, ausser das Wetter»

 

Gönnerfahrt der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden führte ins Entlebuch

 

Am 1. September reisten 100 Gönnerinnen und Gönner zusammen mit einer Delegation des Vorstandes nach Romoos und besuchten auch das Heiligkreuz. Die Napfgemeinde fühlte sich sehr geehrt und bot den Gästen einen abwechslungsreichen und spannenden Aufenthalt.

 

Nach knapp 1 1/2 Stunden Zugfahrt von Zürich nach Entlebuch konnten die Ausflügler den Zug verlassen und auf das Postauto umsteigen. Eine halbstündige Fahrt führte die Gäste durch die beiden Gemeinden Entlebuch und Hasle nach Heiligkreuz. Das Entlebuch ist eine von 9 Gemeinden im Wahlkreis. Entlebuch heisst nicht nur die Gemeinde, sie gab ihren Namen auch dem Gebiet und der Talschaft. Diese reicht vom Brienzer Rothorn und dem Hogant bis nach Wolhusen. Der Hauptort der Talschaft ist Schüpfheim.

 

 

Unser Präsident begrüsste die Gönnerinnen und Gönner auf Heiligkreuz und unterstrich einmal mehr: «Für die vielen privaten Sponsoren ist es wichtig, dass sie spüren und sehen können, wohin ihr Geld fliesst. Deshalb besuchen wir jedes Jahr eine andere Gegend, die durch unsere Patenschaft nach Kräften unterstützt wird. Unsere Hilfe geht an Gemeinden und andere öffentliche Körperschaften für Infrastrukturaufgaben wie Strassen, Wasserversorgungen, Schulbauten, Lawinenverbauungen oder die Behebung von Unwetterschäden». In Romoos organisierte alt Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger mit seinem Team ein abwechslungsreiches Programm. Dazu gesellten sich auch Gemeinderäte aus dem ganzen Tal sowie der Nachbargemeinden Trub, Hergiswil und Luthern.

 

In seiner Begrüssung auf Heiligkreuz betonte Dr. Hans-Rudolf Merz: «Ihr Gönner seid das Rückgrat der vielen Gemeinden, deren nötige Ausgaben ihre eigenen Ressourcen übersteigen und die ihr jährlich mit vielen Millionen Franken unterstützt habt. Es ist der Patenschaft eine Ehre, mit den nötigen Mitteln Hilfe zu leisten». Humorvoll stellte er seinen Bezug zum Kanton Luzern her und spielte mit einem Augenzwinkern auf die «Goldsuche» der Regierung an.

 

Gehaltvolles auf Heiligkreuz

 

Vroni Thalmann-Bieri, Kantonsratspräsidentin verwies in ihrem Grussvotum auf das nötige Gleichgewicht von «gäh und näh»: «Ist dieses nicht gegeben, entstehen Unmut und Missgunst. Bei uns in der Biosphäre sind wir besonders froh um unsere Gottis und Göttis von der Patenschaft.» Dieser Göttibatzen werde für die Aufrechterhaltung des Lebensraumes im Berggebiet sinnvoll eingesetzt, beteuerte sie.

 

Fritz Lötscher, Präsident der Biosphäre Entlebuch (UBE), stellte mit sympathischen Worten den Werdegang sowie den volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert der UBE vor. «In den sieben Gemeinden mit 394 km2 Fläche und 17'000 Einwohnern gibt es 850 Landwirtschaftsbetriebe, 800 km Güterstrassen, es leben 8'600 Beschäftige und halten sich 600'000 Tagesgäste auf», führte er aus.

 

In der Wallfahrtskirche Heiligkreuz erfreute Markus Zemp mit seinem berührenden Orgelspiel. Er war bis zu seiner Pensionierung Professor an der Musikhochschule Luzern. Ein Medley mit Improvisationen von Schweizer Volksliedern und das kleine Orgelgewitter (Die Melodie beginnt mit der Idylle auf der Alp, etwas Jodelartiges mit Echos. Es gibt Anzeichen, dass ein Gewitter naht. Es folgt der „Ranz des vaches“ (Lockmelodie, um das Vieh in den Stall zu bringen), es blitzt und donnert – und dies immer intensiver. Dann legt sich das Gewitter, und es folgt das Danklied der Hirten) beeindruckten die grosse Gästeschar. Ruedi Lustenberger erklärte zudem mit markanten Worten die Geschichte von Kirche und Wallfahrtsort. Die Ausstrahlung und die Ruhe von Heiligkreuz berühren und laden ein, Kraft zu tanken.

 

Viel Kurzweil in Romoos

 

Das Mittagessen im Hotel Kreuz mit Martins Älplermagronen mundete den Gästen vorzüglich. Und die Schulkinder eroberten mit ihren frisch vorgetragenen Liedern sofort die Herzen der Gäste. Gemeindepräsident Willi Pfulg dankte den Gönnern im Namen der Luzerner Gemeinden für ihre grosse Solidarität, während Gemeindeschreiberin und Grossrätin Marlis Roos Willi die Gemeinde mit einer kurzen Tonbildschau vorstellte.

 

Regierungspräsident Guido Graf würdigte in seiner Ansprache die Unterstützung der Gönner. «Sie bieten dort Hilfe, wo sie auch tatsächlich nötig ist. Dank Projekten bleiben Randregionen bewohnt. Es lohnt sich, in Berggemeinden zu investieren, denn sehr oft kommen gerade von ihnen gute Ideen», stellte er fest und fragte provokativ in die Runde: «Können Sie sich unsere Schweiz ohne Berggemeinden vorstellen? Echte Solidarität schaut zu den Bergregionen», beantwortete er die Frage gleich selber und betonte: «Die Gönner schaffen Perspektiven, indem sie Infrastrukturen unterstützen und Hilfe vor Ort leisten. »

 

Im dritten Teil besuchten die Gäste mit Paul Duss die Köhlerausstellung und den bereitgestellten Markt mit einheimischen Produkten. Urchige Alphornklänge von Franz Koch und Edi Müller und wertschätzende Dankesworte rundeten beim anhaltenden Regenwetter den unvergesslichen Tag ab, den der Präsident Hans-Rudolf Merz mit seinen kernigen Worten bilanzierte: «Alles hat gestimmt, nur das Wetter nicht».