Anbau und Sanierung der Käserei und Wohnräume der Alp "Usser-Aebnet" Surenen

Das Projekt

Die Alp Surenen liegt auf 1'665 m.ü.M. südwestlich des Surenenpasses, zuhinterst im Engelbergertal. Sie gehört jedoch zur Urner Gemeinde Attinghausen. Im Mittelalter war sie Teil der Ländereien des Klosters Engelberg. Der Blick ist frei direkt zum gegenüberliegenden Titlis, Schlossberg und Spannort. Die Alp ist entweder von Attinghausen her, via Seilbahn Brüsti, über den Surenenpass zu Fuss, oder vom Engelbergertal her mit einer kleinen Seilbahn ab Stäfeli erreichbar. Es gibt keine Zufahrtsmöglichkeit. Die Transporte zwischen den verschiedenen Alpteilen und der Käserei erfolgen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

 

Das Alpgebiet Ebnet mit einer Weidefläche von ca. 220 ha ist im Eigentum der Korporation Uri, die Gebäude jedoch stehen im Baurecht und sind im Eigentum der einzelnen Alprechtsbesitzer. Die Alpen "Usser Äbnet", "Hohbiel und Steinäbnet" werden mit einer Treibung von 170 Normalstössen bewirtschaftet. Die Sömmerungszeit ist abhängig vom Graswuchs und findet vom Juni bis September statt.

 

Auch die Käserei "Usser Äbnet" ist Eigentum der Genossenschafter, welche seit rund 60 Jahren die Milch gemeinsam verarbeiten. Die Milch wird durch einen erfahrenen und routinierten Käsermeister (mit Helfer) zu verschiedenen Milchprodukten wie feinem Urner Alpkäse, Butter und Rahm verarbeitet. Es besteht auch die Möglichkeit zum Einkehren und Übernachten auf den Alpen.

 

In den letzten Jahren wurden von den Alprechtbesitzern durchschnittlich 147 Milchkühe aufgetrieben, und jeden Sommer werden rund 140'000 Liter Milch zu Urner Alpkäse verarbeitet. Im Moment liefern vier Alpen ihre Milch an die Käserei "Usser Äbnet". In Zukunft soll auch die Milch von Steinäbnet während des Sommers auf "Usser Äbnet" verkäst werden.

 

Vor 32 Jahren baute die Genossenschaft eine neue Käserei mit Trinkwasserversorgung und eigenem Kleinwasserkraftwerk für die Stromversorgung aller Hütten auf der Alp. Inzwischen hat der Strombedarf deutlich zugenommen. Einerseits wird aufgrund der Lebensmittelvorschriften sowie dem zusätzlichen Bedarf an elektrischen Geräten mehr Strom verbraucht, andererseits ist die Wassermenge für das Kleinkraftwerk in den letzten Jahren zurückgegangen. Dadurch musste vermehrt das Notstromaggregat eingeschaltet werden.

 

Auch ist der Käsekeller, welcher für 900 Laibe Platz bietet, zu klein, zu warm und zu feucht. Zudem fehlt ein zweckmässiger Platz, wo die Produkte verkauft werden können.

 

Zur Verbesserung dieser Verhältnisse und für diverse weitere vorgeschriebene Sanierungsmassnahmen hat die Genossenschaft ein Projekt erarbeitet.

 

Alle vier Älpler haben in den letzten 12 Jahren je eine neue Alphütte gebaut und ihre Ställe den Tierschutzvorschriften angepasst und dadurch bewiesen, dass sie an der Zukunft dieser Alp fest-halten.

 

Die Käserei inkl. Wohnung für den Käsermeister soll saniert und mit einem zusätzlichen Neubau - als Zwischenbau - erweitert werden, welcher wiederum mit der Käserei verbunden ist.

 

Im bestehenden Käsereigebäude wird die Käserei neu eingerichtet. Im Energieraum werden die Steuerungstechnik, der Elektroverteiler und der Kühlkompressor installiert und im ehemaligen Käsekeller wird neben zwei Kühlräumen ein Raum für das Vakuumieren, Abpacken und für den Verkauf eingerichtet.

 

Das WC und der Lagerraum bzw. die Garage bleiben bestehen. Im Zwischenbau soll die Heisswasseraufbereitung mit dem Boiler und dem Pufferspeicher mit Holzofen installiert werden.

 

Im EG des neu zu erstellenden Gebäudes ist ein Käselager für rund 1'800 Käselaibe vorgesehen. Zudem soll dort je ein Raum für das Dieselaggregat/Tank und das Holzlager entstehen. Im Obergeschoss sind ein Zimmer für die Hilfskraft und ein Abstellraum geplant.

 

Gemäss Beurteilung der Landwirtschaftskommission Kanton Uri ist die Sanierung und Erweiterung der Alpkäserei alpwirtschaftlich begründet und entspricht den betrieblichen Anforderungen und Bedürfnissen.

 

Die Ausführung des Projektes wurde an der Vorstandssitzung der Alpkäserei am 25. Januar 2018 beschlossen. Die Baubewilligung erfolgte am 17. April 2018.

 

Die Bauarbeiten wurden im Mai 2018 in Angriff genommen. Der Abschluss aller Arbeiten wird im Sommer 2019 erwartet.

 

Kosten und Finanzierung

Gemäss Kostenvoranschlag vom 27. Oktober 2017 sowie Anpassung vom 29. Dezember 2018 sehen die Kosten wie folgt aus:
Rückbau und Raumsanierung, Abbruch Spycher Fr. 44'000.--
Aushub, Spreng- und Umgebungsarbeiten Fr. 56'000.--
Leitungsverlegungen am Bauplatz Fr. 20'000.--
Baumeisterarbeiten Fr. 161'000.--
Zimmerarbeiten Fr. 118'000.--
Spenglerarbeiten Fr. 25'000.--
Elektroinstallationen, Stromsanierung, Anpassung und
Erneuerung Elektronik Fr. 79'000.--
Sanitär Installationen Fr. 15'000.--
Neueinrichtung Käserei Fr. 119'000.--
Zusatzarbeiten Käserei und Raumsanierung Fr. 63'000.--
Heiz- und Kühltechnik Fr. 57'000.--
Einrichtung Verkaufsladen Fr. 15'000.--
Sanierung Wohnung Fr. 10'000.--
Käserei Einrichtungen und Kühlung Fr. 62'000.--
Steuerungskabel Turbine Fr. 20'000.--
Übernachtungen, Verpflegung, Transporte (Heli) Fr. 17'000.--
Planung und div. Unkosten Fr. 32'000.--
Marketing, Logo, Beschriftungen usw. Fr. 20'000.--
Unvorhergesehenes Fr. 20'000.--
Gesamtkosten Fr. 953'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 953'000.--
./. Bundessubvention Fr. 120'800.--
./. Kantonssubvention Fr. 93'600.--
./. Beitrag Korporation Uri Fr. 124'600.--
./. Beitrag Gemeinde Attinghausen Fr. 10'000.--
./. Direkte Spenden Fr. 10'000.--
./. Eigenleistungen in Form von Arbeit Fr. 70'000.--
Noch zu finanzierender Restbetrag Fr. 524'000.--

Der Kanton gewährt ein Investitionsdarlehen von Fr. 279'000.-- und die Gemeinde ein solches von Fr. 50'000.--, welche aber innerhalb von 10 bzw. 15 Jahren zurückbezahlt werden müssen.

 

Die Verarbeitung der Milch vor Ort sichert die Bewirtschaftung der Alpen, und damit die Wertschöpfung in der Region und garantiert das Auskommen der engagierten Älpler. Bund und Kanton, aber auch die Korporation Uri und die Gemeinde Attinghausen stehen hinter dem Projekt und leisten entsprechende Beiträge an den Ausbau der Alpkäserei.

 

Die enormen Restkosten aber auch die Rückzahlung der zinslosen Darlehen belasten die vier engagierten Landwirte der Milchverwertungsgenossenschaft Ebnet-Surenen enorm. Aus den genannten Gründen möchten wir Ihnen eine Hilfeleistung an dieses Projekt sehr empfehlen.

 

Für dieses Vorhaben konnten wir bis heute Spenden in der Höhe von Fr. 135'200.-- vermitteln.