Besuch in Saas-Balen

Am Freitag, 21. August 2009, reiste eine Delegation von rund 100 Gönnern sowie Vertretern von Firmen, Stiftungen und Vereinen ins Walliser Saastal nach Saas-Balen.

 

Durch den Lötschberg-Basistunnel erreichte die Gruppe nach nur 2 Stunden Visp, wo Busse die Gäste erwarteten und nach Saas-Balen transportierten. Auf dem Schulhausplatz im Dorfzentrum durfte der Vizepräsident Dr. Martin Haas die grosse Schar interessierter Gönner und auch unser Ehrenmitglied, Dr. L. M. Cavelty, in Empfang nehmen. Umrahmt wurde die Begrüssung von abwechslungsreichen musikalischen Darbietungen der örtlichen Vereine. Das ganze Dorf schien auf den Beinen zu sein, und wer nicht aktiv am Empfang mitwirkte, beobachtete das Treiben vom Balkon aus.

 

 

Bei einem guten Tropfen Walliser Wein und lokalen Spezialitäten, serviert von Trachtenfrauen, verstand es der Gemeindepräsident von Saas-Balen, Herr Bruno Kalbermatten, auf sehr sympathische Weise die Bedeutung der finanziellen Unterstützung für Berggemeinden darzustellen. Allein das grosse Engagement, mit welchem die Gönner empfangen wurden, zeigte auf eindrückliche Weise, wie sehr die Solidarität unserer Gönner von der lokalen Bevölkerung geschätzt wird. Zudem stellte der Gemeindepräsident seine Gemeinde vor, die im eingangs engen Saastal, das sich erst kurz vor dem zur Gemeinde Saas-Balen gehörenden Weiler Niedergut öffnet, liegt. Zum Gemeindegebiet gehören auch die Weiler Bidermatten und Tamatten, die auf dem nächst höheren Plateau liegen und bereits mit Saas-Grund zusammengewachsen sind.

 

Bei der Besichtigung der für das Wallis untypischen Rundkirche, die in Kunstführern als „eine der eigenwilligsten Barockbauten der Schweiz“ bezeichnet wird und des Fellbachs, der oberhalb des Dorfes in einem eindrücklichen Wasserfall vom Felsen stürzt, wurden den Gönnern geschichtliche und kulturelle Details des Dorfes näher gebracht.

 

Zum Mittagessen genossen die Teilnehmer Grilladen und Walliser Raclette in der Turn- und Mehrzweckhalle im Schulhaus und nutzten die Gelegenheit zu einem regen Gedankenaustausch. Unser Vorstandsmitglied Walter Zenhäusern erörterte in einer kurzweiligen Rede einige geschichtliche Besonderheiten des Kantons Wallis, und die engagierte Gemeindekanzlistin Amanda Kalbermatten präsentierte in Versen zusammen mit den Schulkindern die regionalen und lokalen Spezialitäten.

 

Einer der Höhepunkte der Reise war dann der Besuch des Staudamms des Mattmarksees in Saas-Almagell. Während eines kurzen Spaziergangs über die Staudammkrone des grössten Erddammes Europas erläuterten Mitarbeiter der Kraftwerke Mattmark AG die Bedeutung des Dammes für das Saastal. Mit originellen Vergleichen versuchten sie, eine Vorstellung der gespeicherten Wassermenge von 100 Mio. m3 zu vermitteln: So würde der Inhalt des Sees beispielsweise reichen, um die Stadt Zürich während 2,5 Jahren mit Trinkwasser zu versorgen. Oder dafür, jedem einzelnen Erdbewohner 14 Liter Wasser auszuschenken.

 

Die Bauarbeiten zwischen 1960 und 1965 wurden von der furchtbaren Naturkatastrophe vom 30. August 1965, dem Abbruch des Allalingletschers auf die Baustellen des Kraftwerkes, überschattet, welche 88 Todesopfer forderte. Der Speichersee wird vom Erd- und Steindamm, der hauptsächlich aus Moränenmaterial besteht, gebildet. Die Pumpstation Zermeiggern pumpt die Wassermengen des Zwischeneinzugsgebietes zwischen Stausee und Kraftwerk in den Staussee zurück. Die Produktion besteht aus den zwei Stufen Zermeiggern und Stalden.

 

Nach einem abschliessenden Kaffee in der Cafeteria der Mattmark Kraftwerke AG und mit der Rückfahrt Richtung Zürich ging der erlebnisreiche und schöne Tag zu Ende. Für die Gönner mit der Gewissheit, dass ihre Spenden sehr geschätzt und gut eingesetzt werden, und für die Balmer mit der Zuversicht, auch in Zukunft auf die Solidarität aus dem Unterland zählen zu dürfen.